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Waldmeisterschaft

Der BSV verliert auch das fünfte Duell in der Handball-Bundesliga gegen den Favoriten. Doch so nah dran an einer Überraschung waren die Zwickauerinnen noch nie. Dabei taten sich zwei Spielerinnen besonders hervor.

Zwickau. Den Zuschauern in der Sporthalle Neuplanitz, die nach dem Abpfiff mit Applaus und aufmunternden Worten nicht sparten, ein rasantes Spiel geboten. Dem favorisierten Gegner einen großen Kampf geliefert und auch spielerisch über weite Strecken überzeugt. Das alles stand am Samstagabend auf der Habenseite des Handball-Bundesligisten BSV Sachsen Zwickau. Die zwei Zähler gingen jedoch an den Thüringer HC, der die Partie mit 28:23 (12:13) für sich entschieden hatte.

Und das Ergebnis fuchste Norman Rentsch bei allem berechtigten Lob für sein Team dann doch. "Die Fans sind zufrieden, wir nicht, denn wir hatten heute die Möglichkeit, einen großen Gegner zu schlagen", sagte der BSV-Coach nach dem gutklassigen mitteldeutschen Derby. Es war bereits das fünfte Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften in der deutschen Eliteliga, wobei der THC das Feld immer als Sieger verlassen hatte. Doch so nah dran an einer kleinen Sensation waren die Zwickauerinnen noch nie.

Als Knackpunkt für die Niederlage sah der BSV-Trainer die Phase kurz nach der Pause an. In diese war seine Mannschaft mit einer überraschenden, aber verdienten Führung gegangen. Doch ab der 35. Minute übernahm der siebenfache Deutsche Meister das Zepter auf dem Parkett. "Wie wir aber da agiert haben, das war mir zu früh, zu resignierend. Da hat das Selbstbewusstsein gefehlt. Daran müssen wir arbeiten", wertete Norman Rentsch, dessen Team bis dahin eine starke Vorstellung gezeigt hatte.

Die Gastgeberinnen, die auf Natacha Buhl (Schulteroperation) verzichten mussten, agierten von Beginn an aggressiv in der Abwehr und variabel im Angriff, zudem lief Torhüterin Caroline Martins zu großer Form auf. Mehrfach kaufte die Brasilianerin - die spätere BSV-Spielerin des Spiels - den Gegnerinnen den Schneid ab. Die 31-Jährige parierte in der ersten Halbzeit mehrere Schüsse aus Nahdistanz und alle drei Siebenmeter. Obendrein zeigte Torjägerin Ema Hrvatin, wie wichtig sie ist. Sechsmal traf die Rückraumschützin ins gegnerische Netz, auch ihre Siebenmeter versenkte sie zuverlässig. Nach dem Wechsel kamen weitere sechs Treffer auf das Konto der sprunggewaltigen Slowenin.

Von Beginn an entwickelte sich eine Begegnung auf Augenhöhe, wobei der THC bis zur zehnten Minute meist knapp in Front lag. Doch Zwickau ließ nicht locker, und als Emma Montag in der 13. Minute einen Konter erfolgreich zum 6:5 abschloss, fragte der Hallensprecher: "Was ist denn hier los?" Die Antwort gaben die Gastgeberinnen auf dem Feld. Leidenschaftlich kämpfend hielten sie den THC auf Trapp und gingen verdient mit einer knappen 13:12-Führung in die Kabine.

Nach dem Wechsel traf Kapitänin Diana Dögg Magnusdottir zunächst zum 14:12, doch dann investierten die Thüringerinnen mehr, übernahmen die Initiative und erzielten fünf Tore am Stück. "In dieser Phase waren wir einfach nicht klug genug. Da ist der Gegner zu leicht zu einfachen Toren gekommen", sagte Magnusdottir nach der Partie. Kurz vor deren Ende hatte die Isländerin noch für einen Schreckmoment gesorgt, als sie nach einer harten Abwehraktion der Thüringerin am linken Knie getroffen wurde und vom Feld humpelte. Später gab die Linkshänderin glücklicherweise Entwarnung.

Die Zwickauerinnen, die nach der vierten Niederlage im fünften Saisonspiel mit zwei Zählern auf dem elften Tabellenplatz rangieren, brauchen ihre Tore aus dem Rückraum. Vor allem aber benötigen die Westsächsinnen Punkte. Im nächsten Spiel geht es am 28. Oktober zum Tabellenletzten, der Sport-Union Neckarsulm. Dort wollen sie den Bock umstoßen und etwas Zählbares auf der Habenseite verbuchen.

Erschienen am 22.10.2023 von Thomas Treptow (www.freiepresse.de)