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Nach Weihnachten wird es für die Bundesliga-Handballerinnen wieder ernst. Auch wenn noch nicht einmal die Hälfte der Saison rum ist, schaut Coach Norman Rentsch bereits in die Zukunft.

Zwickau. Mindestens zwei Siege und ein Nichtabstiegsplatz - das ist die Zielstellung für die Handballerinnen des BSV Sachsen Zwickau in den verbleibenden fünf Spielen der Hinrunde. Auch wenn im deutschen Oberhaus bereits acht Partien hinter den Mannschaften liegen, so erfolgt jetzt nach Weihnachten fast ein zweiter Saisonstart für alle Teams. Aufgrund der Weltmeisterschaft pausierte die Liga seit Mitte November. "Es war für uns sozusagen die vierte Vorbereitungsphase. Nach ein paar freien Tagen haben wir viel im athletischen Bereich gearbeitet und dann erst wieder den Handball in die Hand genommen. Es ist krass, wie viel Rost da in der kurzen Zeit bereits schon wieder angesetzt wurde", erzählt BSV-Trainer Norman Rentsch.

Wird das Ostderby in Halle zum Weichensteller?

Um sein Team schnell wieder auf Betriebstemperatur zu bekommen, nutzten die Zwickauerinnen die Pause auch für eine Reihe von Testspielen. So ging es zweimal gegen den tschechischen Topklub Banik Most und gegen Bundesligakonkurrent Thüringer HC. Keine Ruhe wird beim BSV Sachsen über die Weihnachtstage einziehen, denn am 27. Dezember wartet nicht nur das erste Punktspiel nach der WM-Pause. Das Duell beim SV Union Halle-Neustadt könnte bereits die Weichen stellen mit Blick auf den Abstiegskampf. Die Mannschaft aus Sachsen-Anhalt hat aktuell sieben Punkte auf dem Konto und ist Tabellenneunter. Zwickau folgt mit vier Zählern auf dem ersten Nichtabstiegsrang 11, dazwischen steht noch Buxtehude (6 Punkte). Dort gastiert der BSV am 7. Januar.

Zudem warten in der Hinrunde noch Dortmund und Oldenburg aus dem Mittelfeld der Bundesliga und der Vorletzte Bad Wildungen auf die Zwickauerinnen. "Das sind zwar schwere Aufgaben durchaus, aber wir haben in allen fünf Spielen die Chance zu punkten. Da gilt es jetzt, so gut wie möglich zu trainieren. Mit Blick auf Halle wartet eine Mannschaft auf ähnlichem Niveau auf uns, die bisher das bisschen einfachere Programm hatte", sagt Norman Rentsch.

Vom Umdenken bei den Fans, den Sponsoren und dem Umfeld

Er und das gesamte Team können sich bei der Partie beim mitteldeutschen Konkurrenten auf jeden Fall auf viel Unterstützung der eigenen Fans freuen. Die kommen unter anderem mit einem Sonderbus. "Wer hätte gedacht, dass derzeit so ein positives Gefühl herrscht trotz nur vier Punkten. Ehrlicherweise ist mir das schon fast zu positiv, was wir trotz mancher Niederlage an Rückmeldungen bekommen", so der BSV-Trainer. Im Oktober zum Beispiel hielt das Team gegen den Thüringer HC lange gut mit und verlor am Ende nur mit fünf Toren Unterschied. Zum Vergleich: Eine Woche später unterlag Halle mit 17 Toren dem gleichen Gegner.

"Es hat bei den Fans, den Sponsoren und dem gesamten Umfeld eine gewisse Veränderung stattgefunden. Sie honorieren es, wenn wir guten Handball spielen - unabhängig vom Ergebnis. Das ist wichtig zu sehen", betont Rentsch, der gleichzeitig immer wieder versucht, den Ball flach zu halten. Seine Mannschaft müsse sich an ihre Tugenden halten, demütig in jedes Spiel gehen und immer wieder gemeinsam als Team agieren. Nur dann könne sie auch erfolgreich sein.

Warum der Ausflug zur WM zu einer Doppelmission wurde

Die WM-Pause nutzte der BSV-Coach, der zugleich Geschäftsführer des Vereins ist, zugleich für mögliche Weichenstellungen für die Zukunft. Gemeinsam mit Co-Trainer Dietmar Schmidt und weiteren Verantwortlichen war er Anfang Dezember für ein Wochenende bei der Weltmeisterschaft. Der Ausflug sollte in allererster Linie zwar Spaß machen und den Zusammenhalt fördern - mögliche Verstärkungen für die Zwickauerinnen nahm Norman Rentsch aber auch in den Blick. Und schickte nach der Rückkehr eine ganze Reihe von interessanten Namen an die Spielerberater.

Erschienen am 21.12.2023 von Anika Zimny (www.freiepresse.de)