Mit einer 23:28-Niederlage startete der BSV in die fünfte Saison in der 1. Handball-Bundesliga. Beim favorisierten Vorjahressechsten war diesmal nicht mehr drin.
Den Torreigen eröffnete Laurentia Wolff, nachdem die überragende Oldenburger Torhüterin Madita Kohorst vielversprechende Angriffsbemühungen der Zwickauerinnen mit überragenden Paraden entschärfte. Zurecht durften sich die fachkundigen Zuschauer fragen, warum man bisher auf die Dienste der 29-jährigen im Nationaltor verzichtete.
Den ersten Treffer für Westsächsinnen erzielte Rome Steverink von rechts außen zum 1:3. Neben der Torhüterleistung von Oldenburg ist erneut unsere Barbara Györi hervorzuheben, so als sie überragend gegen die 81-fache Nationalspielerin Jenny Behrend, gerade erst vom insolventen Branchenkrösus Ludwigsburg, vormals Bietigheim, zurückgewechselt nach Oldenburg, parierte.
Das insgesamt souverän agierende Schiedsrichtergespann Engeln/Schmitz fand ganz offensichtlich Gefallen daran, auch schon bei kleinsten Verfehlungen auf den 7-m-Punkt zu zeigen. Auf Seiten des VfL nahm das Joanna Granicka dankend an, die bis auf einen Ball all ihre Versuche im Netz unterbrachte und mit insgesamt acht Treffern am meisten zum Erfolg der Gastgeberinnen beitrug.
Beim BSV wechselten sich Licht und Schatten ab. So folgte in der 15. Minute einem unnötigen Ballverlust dank toller Defensivarbeit der erneute Ballgewinn. Es folgten Pech im Abschluss und zu umständlich vorgetragene Angriffsbemühungen. Tormöglichkeiten wurden fahrlässig liegenlassen und gegnerische Tempogegenstöße nicht konsequent verteidigt. Es folgte eine doppelte Unterzahl von Oldenburg zum Ende der ersten Halbzeit, die leider nicht den erhofften Umschwung brachte. „Momentan gelingt nicht viel“ konstatierte BSV-Fan Thomas Peltsch aus Reichenbach. Fast schon folgerichtig ging es mit einem 14:8 in die Kabinen.
Technische Fehler nach der Pause machten es dem BSV auch nicht leichter. Der Kommentar des Berichterstatters vom sporteurope.de war fast schon despektierlich als er von einer „zusammengewürfelten Truppe“ sprach. Aber Thomas Peltsch ist sich sicher, dass wir in dieser Saison noch einiges vom BSV erwarten dürfen: “Natürlich setzen die wirtschaftlichen Möglichkeiten Grenzen, aber der mannschaftliche Zusammenhalt kann sprichwörtlich Berge versetzen.“
Bis zu Minute 36 baute Oldenburg den Vorsprung auf 18:9 aus. Wiederholt sensationelle Paraden von Kohorst bei gut vorgetragenen Angriffen sorgten dafür, dass die Niedersächsinnen im Vorteil blieben. Trainerfuchs Norman Rentsch versuchte auf Seiten des BSV alles, stellte zum Beispiel Kaho Nakayama auf rechts außen, von wo sie auch traf.
Als in der 46. Minute Lea-Sophie Walkowiak zum 15:21 verkürzte, kam im Zwickauer Lager nochmals Hoffnung auf. Da aber in der Folge auch vermeintlich leichte Torgelegenheiten ausgelassen wurden, pegelte sich der Abstand bei sechs bis sieben Toren ein. Als beim Stand von 20:24 und einem „empty goal“ ein Gegentreffer hingenommen werden musste, wurde es langsam zur Gewissheit, dass an diesem Abend die Punkte in Oldenburg bleiben sollten. Die Gastgeberinnen setzten mit einem tollen Kempa-Trick durch Paulina Golla in der 59. Minute noch ein Sahnehäubchen oben drauf. Am Ende hieß es 28:23 für den VfL. Immerhin gewann der BSV rein nach Zahlen die zweite Hälfte mit 15:14. Das nahm auch Thomas Peltsch als Mutmacher für die nächsten Aufgaben mit: „Das sah phasenwiese gar nicht schlecht aus. Da wird noch mehr kommen. Da bin ich mir sicher.“
Text: Jörg Ungethüm
Fotos: (C) Marko Unger












