Meister Bietigheim-Bissingen ist für die Zwickauer Handballfrauen eine Nummer zu groß. Nur in der Anfangsphase kann der ersatzgeschwächte BSV gegen den haushohen Favoriten mithalten.

Zwickau. Nichts zu holen gab es für den Handballfrauen des BSV Sachsen beim Duell gegen den Deutschen Meister SG BBM Bietigheim-Bissingen. Mit 21:40 (12:17) verloren die ersatzgeschwächten Zwickauerinnen am Mittwochabend klar und deutlich die Partie gegen den mit Nationalspielerinnen gespickten Deutschen Meister und Pokalsieger, der damit seit sage und schreibe seit 66 Ligaspielen ungeschlagen ist. "Wir wollten keine Ausreden, keine Alibis gelten lassen, sondern 60 Minuten alles versuchen. Ich glaube, das ist uns gelungen", resümierte BSV-Trainer Norman Rentsch dennoch nach dem Spiel.

Bei den Zwickauerinnen standen nur acht Feldspielerinnen und zwei Keeperinnen auf dem Spielberichtsbogen. Krankheits- beziehungsweise verletzungsbedingt fehlten unter anderem die zuletzt in Neckarsulm so starke Ungarin Rita Lakatos. Lea -Sophie Walkowiak oder auch Simona Madzovska. Aus der Not machte Trainer Norman Rentsch eine Tugend und begann mit der 19-jährigen Jasmina Gierga auf der Position Rückraum Mitte. Und die Chemnitzerin, die 2017 in den Nachwuchs des BSV gewechselt war, machte ihre Sache in den Anfangsminuten gut. Klug verteilte sie die Bälle und trug sich auch zweimal selbst in die die Torschützenliste ein. Später bekam auch die 18-jährige Juliane Peter Einsatzzeit auf dieser Position.

Bietigheim zeigte sich zumindest in dieser ersten Phase überrascht - und die 450 Zuschauer in der Sporthalle Neuplanitz waren es wohl auch. Der BSV Zwickau ging durch Kreisläuferin Laura Szabo nicht nur mit 1:0 (1.) in Führung, er behauptete sie mit großem Einsatz und variablem Spiel auch zehn Minuten lang. Erst dann ging der haushohe Favorit, der am 21. März 2021 sein letztes Ligaspiel verloren hatte, das erste Mal mit 6:5 in Front. Die Gastgeberinnen, bei denen in Halbzeit eins Kapitänin Diana Dögg Magnusdottit herausragte, schafften in der 16. Minute zwar noch einmal den Ausgleich zum 9:9, doch dann setzte sich die derzeit beste deutsche Mannschaft langsam aber sicher ab. Vor allem die 1,85 Meter große niederländische Nationalspielerin Kelly Dulfer überwand die Abwehr der Gastgeberinnen ein ums andere Mal. Bis zur Halbzeit wuchs der Abstand auf fünf Tore an.

Nach dem Wechsel sorgten die Gäste schnell für klare Fronten und spielten in der Folge ihre individuelle Klasse aus. Die Zwickauerinnen gaben sich zwar keineswegs auf und bemühten sich um ein Resultatsverbesserung, doch vermeidbare Fehler begünstigten das Spiel der Bietigheimerinnen. Diese bauten den Vorsprung immer weiter aus, in der 38. Minute betrug er beim 14:24 bereits zehn Tore. Bei den Gastgeberinnen ließen mehr und mehr die Kräfte nach, sodass der Gegner leichtes Spiel hatte. Zudem fanden die Westsächsinnen kaum noch Lücken in der Abwehr in der Mannschaft von Trainer Felix Bauer, die für den BSV am Mittwoch einfach eine Nummern zu groß war. Trost spendeten die eigenen Fans, die ihr Team dennoch mit Applaus und Trommelwirbeln verabschiedeten.

Erschienen am 08.11.2023 von Thomas Treptow (www.freiepresse.de)