Jenny Choinowski erfolgreich am Siebenmeterpunkt / Foto: Ralph Köhler, pro-picture

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Ostderby: BSV erkämpft Unentschieden vor Rekordkulisse

31. Oktober 2013  I  Spielbericht BSV Sachsen Zwickau 1

Handballfrauen durch Ausgleichstor zwei Sekunden vor Schluss weiter ungeschlagen

Die Frauen des BSV Sachsen Zwickau haben sich am Mittwochabend in einem wahren Handballkrimi gegen den SV Union Halle-Neustadt ein 28:28-Unentschieden erkämpft. Zwei Sekunden vor der Schlusssirene erzielte Jenny Choinowski den vielumjubelten Ausgleich im Ostderby. Die Partie in der Sporthalle Neuplanitz wurde vor einer Rekordzuschauermenge von 865 Gästen ausgetragen.

Neue Bestmarke: 865 Zuschauer

Dass die Partie am Mittwochabend eine besondere werden würde, dafür hatte der BSV bereits im Vorfeld gesorgt, indem er seine Fans zur Rekordkulisse aufrief. Das brisante Ostderby gegen die Wildcats aus Halle-Neustadt und der attraktiv gelegene Mittwochabendtermin boten dafür die ideale Gelegenheit. Über zwei Wochen schürte der Verein über die Presse, seine Onlinemedien und Mundpropaganda Feuer für die Partie. Die Aktion sollte sich lohnen: Beide Tribünen waren bis zum letzten Platz besetzt, viele Fans konnten das Derby nur noch im Stehen verfolgen. Insgesamt fanden 865 Zuschauer den Weg in die Sporthalle Neuplanitz. Damit wurde die bisherige Bestmarke vom Oktober 2004 gegen den SC Markranstädt (820) überboten.  

„Es war einfach eine fantastische Kulisse und sicher ein unvergesslicher Augenblick unserer Vereinsgeschichte“, sagte BSV-Präsident Hendrick Schädlich, der die Idee zum Rekordversuch mit initiierte. „Ein Riesenkompliment an all unsere Fans, Mitstreiter und Sponsoren, ohne die wir dieses tolle Event nicht erlebt hätten.“

Ostderby auf Augenhöhe

Auf dem Parkett spielte sich dann eine Begegnung ab, die der spannenden Frage nach dem neuen Zuschauerrekord in nichts nachstand. Beide Teams blieben über die komplette Spieldistanz auf Augenhöhe. Während Wildcats-Trainer Michal Lukacin auf seinen kompletten Kader zurückgreifen konnte, musste Norman Rentsch neben den Langzeitverletzten Nele Kurzke, Linda Hodler und Susanne Schmidt auch auf Petra Starček verzichten, die sich gegen Rosengarten-Buchholz am Sprunggelenk verletzt hatte. Auch Stefanie Pruß und Christina Zuber gingen jeweils mit Fingerverletzungen angeschlagen in die Partie.

Nach einem nervösen Beginn beider Teams bildete ein Strafwurf von Linda Jäger zum 3:4 (14. Minute) den Auftakt einer langen Wegstrecke, in der die Gäste meist mit ein bis zwei Toren in Führung lagen, vom BSV aber immer wieder eingeholt wurden. Die Wildcats zeigten sich dabei bestens auf ihren Gegner eingestellt und ließen kaum Konterchancen zu. Auf der anderen Seite kamen die Zwickauerinnen dadurch selten zu schnellen Torerfolgen. Mehrfach scheiterte man zudem trotz guter Wurfpositionen an der starken Keeperin Anne Voigt.

Handballkrimi in der Schlussphase

In der zweiten Halbzeit schickte sich der BSV an, wieder das Zepter zu übernehmen. Über die Spielstände 14:14, 15:15 und 16:16 glichen die Hausherrinnen die Gästeführungen stets wieder aus und gingen beim 17:16 durch Jenny Choinowski (39.) erstmals wieder selbst in Front. Doch die Führung sollte nur von kurzer Dauer sein. Wiederholt konnten sich die Wildcats sogar einen Drei-Tore-Vorsprung erarbeiten. Nach dem 24:27 (57.) begann dann ein Schlussspurt, der keinen Tribünengast mehr auf seinem Platz hielt.

Mit drei Treffern in Serie schlossen Claudia Stein und Co. noch einmal zu ihrem Gegner auf. Ausgerechnet die beiden angeschlagenen Akteure Christina Zuber und Stefanie Pruß steuerten dazu zwei Tore bei. 70 Sekunden vor dem Ende gingen die Saalestädterinnen erneut in Führung, die der BSV zunächst nicht zu kontern vermochte. Der folgende Gäste-Angriff hätte die Entscheidung bringen können, doch eine aufmerksame Abwehr unterband das Hallenser Passspiel und leitete damit den letzten Angriff ein. Bei nur noch 17 verbleibenden Sekunden zückte Norman Rentsch die grüne Karte und rief seine Truppe zur Auszeit. Der BSV-Coach schmiss nun alles in eine Waagschale und wechselte für Torhüterin Magdalena Neagoe mit Daiva Aleksandraviciute eine siebente Feldspielerin ein. Eine Maßnahme, die sich auszahlte. Die BSV-Ballstafette erreichte zwei Sekunden vor der Schlusssirene Jenny Choinwowski, die zum 28:28 einnetzte und so unter ohrenbetäubenden Lärm einen Punkt für ihr Team sicherte.

Norman Rentsch: „Willen und Moral gezeigt“

Kurz darauf konnte die Mannschaft den minutenlangen Applaus der Fans genießen. Der gewonnene Punkt im letzten Moment machte das Remis zu einem gefühlten Sieg. „Nach diesem Spielverlauf bin ich mit dem Punkt sehr zufrieden“, sagte auch Norman Rentsch, der vor allem die Einstellung seines Teams hervorhob. „Handballerisch hatten wir heute sicher nicht unseren besten Tag, aber die Mädels haben eine unglaubliche Moral gezeigt und den Willen, hier etwas Zählbares zu behalten.“ Ein ausschlaggebender Faktor sei dabei nicht zuletzt der Rückhalt von den Rängen gewesen. „Für die Zuschauer war die Endphase sicher ein Erlebnis. Diese starke Kulisse hat uns unheimlich motiviert und gestärkt.“

Das Unentschieden bedeutet auch die vorläufige Verteidigung der Tabellenführung. Erst am kommenden Samstag können die Berliner Füchse mit einem Heimsieg gegen Aufsteiger Allensbach die Spitzenposition übernehmen. Unabhängig davon bleibt der BSV auch nach sechs Saisonspielen weiter ungeschlagen.



BSV Sachsen Zwickau:

Neagoe, Splinter; Aleksandraviciute, Kallenberg, Stein (6), Pruß (5), Bachrata (5), Choinowski (6/3), List (2), Zuber (4)

 

 

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