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Fehlerteufel führt zur Niederlage

01. April 2019  I  In der Presse

Von Torsten Ewers/FP

Die Handballerinnen des BSV Sachsen Zwickau und ihr Trainer haben nach dem Zweitligaspiel am Samstag keine Ausreden gesucht. In Neuplanitz kam es dabei zu einem Debüt und einem Abschied.

Für Maja Helmchen ist es ein Abend mit gemischten Gefühlen gewesen. Die Rückraumspielerin des BSV Sachsen Zwickau feierte am Samstag ihr Debüt auf dem Parkett in der 2. Handball-Bundesliga. Ansonsten spielt die 21-Jährige beim BSV II in der Sachsenliga. Zwar stand sie schon beim Auswärtssieg gegen Rödertal im Kader, kam dort allerdings nicht zum Einsatz. "Ich freue mich natürlich und bin stolz, für den BSV spielen zu können - nur das Ergebnis war leider falsch", sagte Maja Helmchen im Anschluss an die 25:28 (13:12)-Heimniederlage gegen den TSV Nord Harrislee. Ihre stärkste Szene hatte sie in der 24. Minute, als sie mit einem Zauberpass hinter dem Rücken Jenny Choinowski freispielte, doch deren Treffer zählte nicht. "Das wäre die Krönung gewesen, aber sie soll wohl im Kreis gewesen sein", so die Debütantin, "doch das habe ich nicht gesehen, da hatte ich mich schon umgedreht." Auch von der mit 400 Zuschauern besetzten Tribüne war der Regelverstoß nicht wirklich zu erkennen.
Nicht die einzige Entscheidung, mit der BSV-Trainer Norman Rentsch unzufrieden war. "Aber das ist für uns kein Alibi", so der Übungsleiter. Auch den kleineren Kader wollte er als Grund für die Niederlage nicht anerkennen. "Das wäre nur die Antwort, wenn wir es uns einfach machen wollen." Mit Anna-Mareen Herr, Jasmin-Helen Müller, Stefanie Hopp und Julia Redder waren vier Spielerinnen nicht dabei, die gegen Rödertal noch zum Kader gehörten. Insgesamt standen bei Zwickau elf Namen auf dem Spielprotokoll (zwei Torhüterinnen), bei den Gästen aus der Nähe von Flensburg 16 (drei Torhüterinnen). "Zwickau konnte kaum wechseln, das hat man ab der 40. Minute gesehen. So was zehrt nicht nur an der Kraft, sondern auch an der Psyche", sagte Gäste-Trainer Herluf Linde. Doch für Rentsch fingen die Fehler schon früher an: "Wir waren in der Abwehr nicht fokussiert genug und haben in der ersten Hälfte viele Chancen weggeworfen." Die Möglichkeiten, das Spiel zu gewinnen, seien da gewesen. "Das beginnt nicht erst in der 40. Minute, sondern schon bei der Erwärmung - da sind wir in den vergangenen Wochen schon weiter gewesen", so Rentsch.

In der Partie setzte sich Zwickau zunächst etwas ab (9:6/16. Minute). Doch immer wieder schlichen sich Fehler und Ungenauigkeiten ein. Im zweiten Durchgang gingen die Gäste in Führung (21:19/47.). Aber Zwickau steckte nicht auf und kämpfte sich zum Ausgleich. Beim Stand von 23:23 in der 55. Minute wurde BSV-Spielerin Christina Zuber ein Tor weggepfiffen, da die Schiedsrichterinnen einen Vorteil nicht abgewartet hatten. Der Abschluss nach dem Freiwurf ging daneben und Harrislee zog davon. "Ich muss das jetzt erst mal sacken lassen, aber die Niederlage mit drei Toren ist zu hoch ausgefallen" sagte BSV-Kreisläuferin Nadja Bolze.
Mit dem Ergebnis war auch Zuber nicht zufrieden, deren Gastspiel beim BSV am Samstag endete. Die 25-Jährige will sich fortan wieder ganz ihrem Medizin-Studium widmen. "Es war ja klar, dass es eine kurzfristige Aushilfe ist und die Personalprobleme dadurch nicht weggezaubert werden", so Zuber, die nach ihrem Rücktritt vom Handball seit Februar wieder für Zwickau auf dem Parkett stand. Dem Team traut sie den Klassenerhalt zu: "Das haben sie die Jahre vorher geschafft, das klappt auch diesmal." Mit 17:31 Zählern steht der BSV sechs Spieltage vor Saisonende auf Rang 13, der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz beträgt acht Punkte.

Am kommenden Samstag tritt Zwickau bei den Füchsen in Berlin an und wird dabei von zwei Fanbussen begleitet. Mit einem Sieg könnte sich die Stimmung schnell wieder aufhellen - und die Rückfahrt so amüsant werden wie die der norddeutschen Gäste aus Zwickau, wie deren Trainer Herluf Linde verrät. "Ich bin schon seit Jahrzehnten dabei und habe auch Männer trainiert. Aber ein Vorteil bei den Frauen ist: Sie singen einfach besser."





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