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Weltmeister Frankreich holt zuhause ersten EM-Titel

16. Dezember 2018  I  Neuigkeiten

Im Finale der EHF EURO 2018 standen sich Russland und Frankreich gegenüber und die Gastgeberinnen holten sich mit 24:21 den EM-Titel. Bei den Weltmeisterschaften 2009, 2011 und 2015 war Russland zweimal, Frankreich einmal als Sieger hervorgegangen. Das Olympiafinale 2016 hatte die Sbornaja für sich entschieden. Im Hexenkessel von Paris-Bercy lag Frankreich dann zur Halbzeit, vor fast 14.000 Zuschauern, mit 12:13 vorne. Nach der Disqualifikation von Pineau musste sich der Weltmeister neu sortieren, blieb aber vorne und wird bei der ersten EM im eigenen Land erstmals Europameister.
 
Frankreich verbuchte den etwas besseren Start für sich. Nach fünf Minuten versenkte Pineau nach einer zweifelhaften Siebenmeter-Entscheidung den Ball zum 3:1 hinter Sedoykina. Die Unparteiischen wollten offenbar im Endspiel keine Härte aufkommen lassen und behielten ihre kleinliche Linie bei. Den nächsten Versuch von der Markierung von Pineau parierte Sedoykina. Im Gegenzug konnte Managarova in Unterzahl am rechten Flügel auf Vyakhireva ablegen. Die Kapitänin der Russinnen glich zum 3:3 (8.) aus. Der anfängliche Vorteil der Französinnen war dahin.
Auch wenn Zaadi für Frankreich antwortete, war die Sbornaja jetzt im Spiel. Kuznetsova verwertete ein Zuspiel von Dmitrieva zum 4:4. Russland spielte mit einem geschickt gewählten Abstand zur Deckung der Equipe Tricolore, sodass diese häufig nicht den Zugriff fand. Grace Zaadi führte das Spiel der Französinnen wesentlich näher bei neun Metern, sodass die Russinnen mit ihrer leicht offensiv gesetzten Abwehr das Spiel des Gastgebers häufig unterbrechen konnten. Sedoykina parierte, nun gegen Lacrabere, einen weiteren Siebenmeter. Sen traf zum 6:5 (14.) ins verwaiste französische Tor.
Die Mittelblockspielerin sorgte zugleich für den ersten Führungstreffer der Sbornaja. Die Deckung der Russinnen funktionierte grundsätzlich gut. Frankreich kam aber, wenn Beatrice Edwige am Kreis angespielt wurde, regelmäßig zu Zählbaren oder Siebenmetern. Edwige erzielte unter anderem das 7:7 (17.). Auch in der nächsten Szene waren die Russinnen unachtsam, als Coatanea einnetzte und die Führung für Frankreich zurückholte. Die Rechtsaußen und Nze Minko legten trotz einer Ansprache von Evgenii Trefilov weitere Treffer nach. Das Momentum lag wieder bei Frankreich.
Bei den Russinnen führte interessanterweise nicht nur MVP Anna Vyakhireva Regie sondern teilweise auch Elizaveta Malashenko, die mit ihren Aktionen dafür sorgte, dass der Rückstand nach dem 7:9 (19.) bis zum Halbzeitpfiff nie mehr als zwei Tore betrug. Der Olympiasieger konnte sich auch auf Anna Sedoykina zwischen den Pfosten verlassen, die vier Minuten vor der Pause gegen Nze Minko das 10:13 verhinderte und zwei Minuten später auch gegen Dembele parierte. Vyakhireva versenkte inzwischen einen Siebenmeter zum 11:12, Dmitrieva tankte sich zum Ausgleichstreffer durch.
Zur Pause lag Frankreich mit 12:13 vorne. Sen hatte kurz vor der Sirene nur den linken Pfosten getroffen, Russland verdiente sich noch einen Freiwurf, aber Leynaud fing den Ball von Dmitrieva. Trotz einer ordentlichen Leistung entschied Frankreichs Nationaltrainer Olivier Krumbholz, im zweiten Abschnitt auf Laura Glauser zu setzen, die zum großen Ärger von Evgenii Trefilov gegen Vyakhireva parierte und damit die Vorlage für Ayglons zweiten Torerfolg in ihrem wohl letzten Länderspiel lieferte. Dembele scheiterte dann auf dem Weg zum vermeintlichen 12:15 am Pfosten.
Kurz warf Pineau, nach einem Foulspiel gegen Kanor, den fälligen Siebenmeter zum 13:16 Sedoykina an den Kopf. Pineau wurde deswegen, zum Unmut von Krumbholz und der Fans, nachdem die Unparteiischen das Video gesehen hatten, disqualifiziert. Im Sportpalast von Paris-Bercy brodelte es. Nun wurde jede Entscheidung, ob richtig oder auch nur eine Spur zweifelhaft, lautstark kommentiert, jede gelungene Aktion der Französinnen stürmisch bejubelt. Die Equipe Tricolore überstand die folgenden zwei Minuten in Unterzahl ohne Gegentreffer - doch Russland hielt danach Anschluss.

Allmählich schien sich abzuzeichnen, dass Olivier Krumbholz mit Laura Glauser zwischen den Pfosten auf die richtige Spielerin gesetzt hatte. Sie parierte in der ersten Viertelstunde der zweiten Spielhälfte sechs Mal und verhinderte auch den 17:17-Ausgleich von Kochetova. Seit der Roten Karte gegen Pineau mehrten sich allerdings die Fehler bei den französischen Angreiferinnen. Dass Houette kurz darauf einen der wenigen Gegenstöße zum 16:19 nutzte, linderte die Unruhe der Gastgeberinnen etwas. Sedoykina verhinderte jedoch das 16:20 und damit auch den Vier-Tore-Rückstand.
Frankreich konnte sich einfach nicht deutlich absetzen. Russland tat alles dafür, dass der Rückstand möglichst bis in die Schlussphase bei zwei Toren blieb. Sieben Minuten vor Schluss sorgte Lacrabere dann, per Siebenmeter zum 20:23, einmal mehr für die Drei-Tore-Vorlage des Weltmeisters. Leynaud lieferte mit der Parade gleich die Chance zur Spielentscheidung nach, aber eine Reihe von Misserfolgen im Angriff verhinderte sie. 134 Sekunden verblieben Russland nach einer Auszeit, um die Verlängerung zu erzwingen. Da Dmitrieva beim Kempa-Spielzug abstand, zerstieb die Chance.


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Kurztabelle BSV I

  Pl   Team   Pkt  
  1   HL Buchholz..   51:9  
  2   1. FSV Mainz 05   48:12  
  3   Kurpfalz Bären   47:13  
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Stand: 16.06.2019  I  11:55 Uhr Mehr

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