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Paukenschlag: Füchse-Frauen ziehen sich aus der Bundesliga zurück

31. März 2016  I  Neuigkeiten

Donnerstag · 31.03.2016 · 16:04 Uhr · PM Füchse, red, dpa

"Wir haben keinen Lizenzantrag für die nächste Saison gestellt, denn in der laufenden Saison mussten wir den temporären Ausfall von Sponsoren für die Frauen zwischenfinanzieren. Da auch wir ja nach wie vor ohne Hauptsponsor auf der Trikotbrust spielen, kann die Füchse Berlin Handball GmbH das Risiko nicht mehr tragen", erläutert Geschäftsführer Bob Hanning den Rückzug der Füchse-Frauen aus der 1. Bundesliga, in der sie aktuell auf dem neunten Tabellenplatz stehen. Sie sind im Falle des Verzichts auf einen Lizenzantrag erster Absteiger.
 
"Wir hatten das Problem, das zwei große Sponsoren nicht gezahlt haben. Mit denen konnten wir natürlich auch nicht für die kommende Saison planen", konkretisierte Spreefüxxe-Managerin Britta Lorenz gegenüber der dpa und fügte an: "Wir sind unendlich traurig über das Ende." Bis zum Ende der Saison werden die Spreefüxxe den Spielbetrieb aufrecht erhalten. "Wir werden alles geben, um an Ende erfolgreich dazustehen", sagte Lorenz
 "Zwar wurden für die nächste Saison zusätzliche Sponsorengelder generiert doch das reicht nicht aus, um das Thema Bundesliga zu finanzieren", erläutert der Verein in seiner Pressemeldung und verweist auf fehlende Zuschauereinnahmen im Vergleich mit anderen Frauenbundesligisten. Mit durchschnittlich nur 467 Besuchern liegen die Füchse-Frauen am Ende dieses Rankings und erreichen nicht einmal die Hälfte des Ligaschnitts von knapp 1.000 Zuschauern pro Begegnungen.
 
 "Ein weiterer Grund für die Situation ist das fehlende mediale Interesse sowohl der Zeitungen als auch der Radio- und Fernsehsenden", erläutert der Verein, der weiter ausführt: "Daneben müssen die Füchse-Frauen auch einen personellen Aderlass verkraften."
"Durch den Abgang von Frida Tegstedt und Daniela Gustin und dem Karriereende von sieben weiteren Spielerinnen müssten neue Verträge abgeschlossen werden, die einen höheren Etat erfordern. Auch die angespannte Hallensituation in Berlin und die damit verbundenen späten Trainingszeiten, haben es - gerade für die berufstätigen Spielerinnen - zu einer immer größeren Belastung gemacht, Job und Handball miteinander zu vereinen", erläutert der Club aus der Hauptstadt seine spezifische Situation.
 
"Die Qualität der aktuellen Spielerinnen, die alle gerne in Berlin leben und hier verwurzelt sind und deshalb zu nicht marktgerechten Konditionen für uns spielen, können wir nur durch die Verpflichtung von viel teureren Spielerinnen ersetzen und durch einen sehr viel größeren Etat ausgleichen, darin liegt unser Hauptproblem", erklärt Managerin Lorenz, die den Frauenbereich verantwortet.
"Wir sind unendlich traurig über das Ende. Wir werden in der nächsten Woche zusammen mit den Sponsoren und den verbleibenden Spielerinnen entscheiden, ob wir für die 3. Liga melden. Damit verbunden wäre ein integriertes Jugendkonzept, um einen guten Unterbau sicherzustellen", so Lorenz weiter
Die Spreefüxxe spielten seit der Saison 2012/2013 in der 2. Handball-Bundesliga. Am 1. Mai 2014 sicherten sie sich bereits drei Spieltage vor Saisonende vorzeitig den Aufstieg in die 1. Liga. In der laufenden Saison stehen die Berlinerinnen auf dem 9. Tabellenplatz. „Diese Saison werden wir ordentlich und mit großem Engagement zu Ende spielen. Schließlich beenden viele Spielerinnen ihre Karriere und wünschen sich einen gelungenen Abschied“, sagt Trainer Lars Melzer.


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