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Rückzug von Koblenz bestätigt - Sattler: "Keine Zukunft für die Vulkan-Ladies"

23. März 2016  I  Neuigkeiten

An einem trüben Märztag endet in Raum 116 der Koblenzer Conlog Arena ein Kapitel Handballgeschichte im Rheinland: "Es wird keine Zukunft für die Vulkan-Ladies geben", verkündete Geschäftsführer Manfred Sattler. Bis zum Schluss hatten die Macher der Vulkan-Ladies für dieses Projekt gekämpft, jedoch ohne Erfolg. Im Rahmen einer Pressekonferenz skizzieren Sattler und Peter Josef Schmitz (Mitglied der Geschäftsleitung) die schwierigen Wochen, die hinter ihnen liegen. Die Vision, die vor vier Spielzeiten geboren wurde, endet in diesem Sommer. Die Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern werden die Saison zu Ende spielen, danach aber ist Schluss. "Es ist uns nicht gelungen, Wirtschaft und Politik davon zu begeistern, sich bei den Vulkan-Ladies in dem Rahmen zu engagieren, der Bundesliga-Handball auch in der Zukunft in Koblenz möglich macht."

"Wir müssen uns fragen, ob wir in der Vergangenheit Fehler gemacht haben", sagt Sattler. "Vielleicht war ich auch nicht der richtige Mann dafür, die Wirtschaft aus der Region für dieses Projekt zu begeistern." Nur: Ohne das Engagement von Manfred Sattler hätte es die Vulkan-Ladies gar nicht erst gegeben. Nach dem sportlichen Aufstieg des TuS Weibern war klar: "Erstliga-Handball kann es in Weibern aufgrund der Infrastruktur und der gestiegenen Anforderungen etwa an die Spielstätte nicht geben", erinnert sich Peter Josef Schmitz, der zugleich Präsident des Handballverbands Rheinland ist.

Die Conlog Arena in Koblenz wurde zur neuen sportlichen Heimat, in der die Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern fortan Bundesliga-Handball präsentierten. "Von den Zuschauern und vom Umfeld klasse angenommen", unterstreicht Sattler. "Alleine die rund 50 Freiwilligen, die bei jedem Heimspiel geholfen haben, waren klasse. Die Zuschauer sowieso. Unser VIP-Raum genügte höchsten Ansprüchen. Und auch die Medien sind, auch in schweren Phasen, stets fair mit den Vulkan-Ladies umgegangen."

 
Dankbar ist man auch für die zahlreichen Sponsoren, die den Handball-Bundesligisten in den vergangenen Jahren tatkräftig unterstützt haben. In der Summe aber reichte das Engagement der heimischen Wirtschaft nicht aus, um die Vulkan-Ladies auf ein breites Fundament zu stellen. Bis zu 70 Prozent des aktuell bei rund 900.000 Euro liegenden Etats hatte Sattler zuletzt aus eigener Tasche gezahlt. So konnte es nicht weitergehen.

Für die neue Saison begannen die Vulkan-Ladies bereits früh mit den Planungen - auch im kaufmännischen Bereich. Mit abgespecktem Etat in der 2. Bundesliga etablieren, sich perspektivisch wieder herankämpfen in den kommenden Jahren an die 1. Bundesliga – so war der Plan. Doch auch für die Version „kleine Flamme“ braucht es Sponsorengelder, konnte nicht erneut ein Großteil der Verantwortung nur auf den Schulter von Manfred Sattler abgelegt werden.

"Rund 120.000 bis 150.000 Euro an zusätzlichen Sponsorengeldern hatten wir uns vorgenommen, aber dieses Geld haben wir nicht zusammenbekommen", sagt der Geschäftsführer. Der hatte in den vergangenen Wochen unzählige Gespräche geführt, teils alleine, teils gemeinsam mit Peter Josef Schmitz. Das Ergebnis sei stets das Gleiche gewesen: "Die Unternehmen konnten oder wollten sich nicht engagieren beziehungsweise noch stärker als bisher einbringen."

Als zusätzliche Maßnahme hatte der Verein in den vergangenen Wochen und Monaten zwei Marketing-Spezialisten auf Provisionsbasis damit beauftragt, neue Unterstützer zu finden. 200 Firmen wurden kontaktiert, Pakete im Wert zwischen 300 und 1000 Euro angeboten. Ergebnis: Ein Unternehmer würde sich mal ein Heimspiel anschauen wollen. Alle anderen sagten ab. "Wir haben jetzt, trotz der Möglichkeiten hier am Standort in Koblenz, weniger Sponsorengelder zur Verfügung als noch in Weibern", sagt Sattler. "Es ist uns nicht gelungen ein Angebot zu schaffen, dass ein attraktives Paket für Sponsoren dargestellt hätte."

Dabei sei in den Gesprächen mit Unternehmern nie die sportliche Situation ein Thema gewesen. Die Gründe für Absagen waren stets anders gelagert. "Ich bin persönlich sehr enttäuscht, dass es uns nicht gelungen ist, die Vulkan-Ladies über den Sommer hinaus am Leben zu halten." Peter Josef Schmitz unterstich in seiner Funktion als Präsident des Handballverbands Rheinland, "dass dies für die Region ein sehr schmerzlicher Verlust ist. Es bleibt zu hoffen, dass es nun vielleicht Trier gelingt, die 2. Bundesliga noch zu halten." Dafür reicht nach dem Rückzug der Vulkan-Ladies nun der viertletzte Platz, neben den Vulkan-Ladies steigen drei weitere Teams ab. Die zweite Frauenmannschaft des TuS Weibern, die in der Bezirksliga spielt, ist vom Aus der Vulkan-Ladies nicht betroffen.


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