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Verena Breider - Spielerin der Saison in der 2.Liga

21. Mai 2016  I  In der Presse

294 Tore und 1. Wahl bei Gegnerinnen und Trainern: Verena Breidert, Zweitliga-Spielerin der Saison

Aufsteiger TG Nürtingen hatte in dieser Spielzeit eine Lebensversicherung: Verena Breidert. Der Aufsteiger steuerte auch aufgrund der Tore der 36-jährigen früheren Bundesligaspielerin mit am Ende 26:34 Punkten auf sicherem Kurs in Richtung Klassenverbleib. Mit 294 Treffern insgesamt und 207 erfolgreichen Versuchen aus dem Feld setzte die Rückraumspielerin beeindruckende Bestwerte in der Torschützinnenliste. Aber nicht nur deswegen dominierte der Name Verena Breidert auch bei der erstmals von der Handball-Bundesliga der Frauen durchgeführten Wahl zur Spielerin der Saison, sowohl bei den Trainern wie auch bei den Spielerinnen erhielt die Torschützenkönigin mit Abstand die meisten Stimmen. "Da Frances Günthel und Nadine Hofmann nicht dabei waren, wusste ich, dass ich viel Verantwortung tragen muss. Dass es jedoch so gut laufen wird, damit habe ich nicht gerechnet", lacht Breidert und fügt mit Blick auf die Auszeichnung an: "Wenn die Leistung so geschätzt wird, ist es immer etwas Besonderes."

Zunächst: Glückwunsch zur Wahl als „Spielerin der Saison“ in der 2. Bundesliga. Sowohl bei den Trainer wie auch den Stimmen der Spielerinnen hast Du eine deutliche Mehrheit bekommen. Ist das eine besondere Auszeichnung?
Verena Breidert:
Wenn die Leistung so geschätzt wird, ist es immer etwas Besonderes. Mit dieser Ehre wird einem auch bestätigt, dass man nicht so viel falsch gemacht haben kann (lacht).

Wie verlief die Saison für Dich persönlich? Gibt es ein Highlight der Spielzeit?
Verena Breidert:
Die Derbys gegen Nellingen, Herrenberg und Neckarsulm waren etwas Besonderes - gerade, da wir gegen Herrenberg und Nellingen einen unerwarteten Sieg einfahren konnten.

Wie seid ihr insgesamt mit eurem Abschneiden zufrieden?
Verena Breidert:
Natürlich können wir durchaus zufrieden sein, denn das Ziel war der Nicht-Abstieg. Ich denke, wir hätten aber noch den ein oder anderen Punkt mehr einfahren können, denn wir hatten zwischendurch eine wirklich schlechte Phase. Außerdem hat man gemerkt, dass uns in Frances Günthel, die nach der vergangenen Saison aufgehört hat, und in der verletzten Nadine Hofmann zwei Leistungsträgerinnen gefehlt haben. Dafür haben wir es im Großen und Ganzen wirklich gut gemacht.

Was hat euch als Mannschaft ausgezeichnet?
Verena Breidert:
Das Teamgefühl und der Spaß am Handball. Wir haben gezeigt, dass man mit wenig viel erreichen kann. Immer, wenn wir als Mannschaft aufgetreten sind, jeder wollte und sich zugetraut hat, in dieser Liga mitspielen zu können, haben wir auch die Punkte geholt.

Du bist mit deutlichem Vorsprung beste Schützin der Liga geworden, sowohl insgesamt als auch aus dem Feld. Fast zehn Tore pro Spiel sind ein beeindruckender Wert - insbesondere auch in der Konstanz: In keinem Spiel hast du weniger als fünf Treffer erzielt. Wo liegen die Gründe für diese überragende Ausbeute?
Verena Breidert:
Da Frances Günthel und Nadine Hofmann nicht dabei waren, wusste ich, dass ich viel Verantwortung tragen muss. Dass es jedoch so gut laufen wird, damit habe ich nicht gerechnet (lacht). Es ist super-schön, dass ich es wirklich so umsetzen konnte. Der Mannschaftsgedanke steht jedoch klar im Vordergrund - der persönliche Erfolg ist zweitrangig.

Was sind die Ziele für die nächste Spielzeit?
Verena Breidert:
Das Ziel ist wieder der Klassenerhalt - und da wir die ein oder andere Verstärkung bekommen, können wir vielleicht auch noch ein bisschen besser abschneiden als in dieser Saison. Wir haben da aber noch gar nicht weiter drüber gesprochen, da es lange in den Sternen stand, ob wir überhaupt wieder eine Zweitligasaison melden können. Das war das primäre und vorrangige Ziel unserer Sportlichen Leitung in den letzten Wochen.

Du hast mit Göppingen in der 1. Bundesliga gespielt, mit Nürtingen letztes Jahr aus der 3. Liga den Aufstieg in die 2. Bundesliga geschafft - wie unterscheiden sich die Spielklassen?
Verena Breidert:
Sportlich ist es natürlich ein großer Sprung - die Qualität der Spielerinnen, das Tempo, die Torhüterinnen, die Fitness und die individuellen Stärke. Natürlich gibt es in der 2. Bundesliga auch Mannschaften, die diesen Aufwand betreiben können, aber das ist aus meiner Sicht der entscheidende Unterschied. In der eingleisigen zweiten Liga ist der Aufwand riesig groß - nicht nur durch das Training, sondern gerade durch die weiten Auswärtsfahrten.

Das alles mit Beruf und Privatleben unter einen Hut zu bekommen, ist schwierig. Dazu kommt die finanzielle Belastung - wenn man beispielsweise wie Bremen zusätzlich zu den normalen Spielbetriebskosten unglaublich viele lange Auswärtsfahrten finanzieren muss. Da besteht die Gefahr, das irgendwann nicht mehr umsetzen zu können. Die erste Bundesliga kann man schon professioneller aufziehen, auch, um international wettbewerbsfähig zu bleiben.

Mit Alena Vojtiskova und Maike Daniels folgen auf den weiteren beiden Podiumsplätzen bei der Wahl Spielerinnen aus Neckarsulm - ist das Team ein verdienter Meister in der 2. Bundesliga?
Verena Breidert:
Auf jeden Fall! Sie haben die Saison souverän dominiert, auch, wenn sie die ein oder andere Schwächephase hatten. Sie haben den besten Kader und das Umfeld hat über die letzten Jahre hinweg alles vorbereitet. Es ist absolut verdient. Ich denke, dass sie diesen Schritt sowohl sportlich als auch finanziell gehen können und wettbewerbsfähig sein werden.

Zurück zu Dir, Du sprachst die Belastung an: Wie lassen sich Job und Handball vereinbaren?
Verena Breidert:
Ich habe 1999 die Ausbildung bei der Polizei gemacht und kenne die Doppelbelastung seit Jahren. Ich arbeite ja 100 Prozent, keine Teilzeit und bin sehr dankbar, dass meine Kollegen mich unterstützen und mir den Rücken freihalten. Der Verein kommt mir ebenfalls entgehen, und auch der Trainer hat Verständnis, wenn ich ein Training mal absagen muss. Die hohe Belastung durch Job und Handballl merke ich immer wieder; es gibt Phasen, wo ich wirklich müde bin. Da ist man dann froh über ein spielfreies Wochenende, um Kraft zu tanken. Es ist aber alles umsetzbar und möglich - wenn der Spaß nicht dabei wäre, würde ich es auch nicht machen.

Abschließend: Mit 36 Jahren bist du eine der ältesten Spielerinnen der Liga. Wie lange dürfen die Fans noch Tore by Breidert bejubeln?
Verena Breidert:
Das ist noch nicht entschieden. Ich habe in Nürtingen noch nicht zugesagt, wir führen noch Gespräche. Es wäre ein schöner Moment, mit so einer Leistung aufzuhören, aber andererseits macht es noch so viel Spaß und es wäre schade, den Handball nicht mehr zu haben. Ich muss für mich überlegen, ob ich so ein Jahr noch einmal durchhalten kann.




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