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Ungarin erfüllt sich ihren Traum

09. August 2019  I  In der Presse

von Torsten Ewers

Mit 24 Jahren hat Rebeka Ertl ihre Heimat verlassen, um beim BSV Sachsen Zwickau durchzustarten. Ihre ersten Eindrücke sind sehr positiv - und die Pläne für die Zukunft schon geschmiedet.

Zwickau. Wenn Rebeka Ertl von Zwickau spricht, leuchten ihre Augen. "Mir gefällt hier alles - die Architektur, die Sprache. In Deutschland zu spielen ist ein großer Traum, der wahr geworden ist", sagt sie.
Dabei lebt die 24-jährige Ungarin erst seit ein paar Wochen in Zwickau. Auf Empfehlung von Rückraumspielerin Petra Nagy ist die Außenspielerin in diesem Sommer von Budaörs, wo sie drei Jahre lang in der höchsten Liga Ungarns gespielt hatte, zum BSV Sachsen gewechselt. "Mit 17 habe ich für meinen vorherigen Verein Vac zum ersten Mal in der 1.Liga gespielt", erklärt die Linkshänderin. Nach sporadischen Einsätzen zu Beginn nahm ihre Spielzeit immer mehr zu. Mit dem Wechsel nach Zwickau will sie den nächsten Schritt in ihrer Karriere gehen. "Zwickau hat ein junges Team, in dem alle füreinander kämpfen. Ich denke, dass ich hier viel lernen kann", sagt Ertl.
Doch nicht nur handballerisch will sie zu Fuß fassen. In Ungarn studierte sie Germanistik und ist generell ein großer Fan von der deutschsprachigen Kultur. "Mir gefällt zum Beispiel die Wiener Moderne", erklärt sie. Außerdem mag sie die Werke von Thomas Mann, Rainer Maria Wilke oder auch von Schiller und Goethe. Ihren Umzug nach Zwickau möchte Ertl auch dazu nutzen, ihr eigenes Deutsch zu verbessern. Als studierte Germanistin beherrscht sie die Sprache zwar sehr gut "aber nicht gut genug, um als Dolmetscherin oder Lehrerin zu arbeiten", sagt sie. Bis dahin hat sie erst mal eine Anstellung im Versandhandel gefunden. Üben kann sie auch mit ihrem Verlobten, der derzeit einen Deutschkurs besucht. "Wenn er da seine Prüfung bestanden hat, kann er als Psychologe arbeiten, was er in Ungarn studiert hat. Am liebsten im sportlichen Bereich", sagt Ertl.
BSV-Trainer Norman Rentsch schätzt vor allem die Wurfvariabilität der Linkshänderin, die für die rechte Außenposition geholt wurde. Bei der 23:26-Testspielniederlage gegen Bundesligaabsteiger Union Halle-Neustadt konnte sie aus ihren guten Anlagen noch kein Kapital schlagen. "Ich weiß auch nicht, woran es gelegen hat", sagt sie. Vielleicht seien es die schweren Beine gewesen. "Aber ich will auch nicht nach Ausreden suchen. Beim nächsten Spiel werde ich es wieder besser machen", sagt Ertl. Zweimal vergab sie gegen Halle gute Chancen von der rechten Außenbahn. "Wenn die reingehen, bekommt sie auch mehr Sicherheit und macht ein anderes Spiel", sagt Trainer Rentsch.
Generell kamen die Zwickauerinnen gegen Halle, bei denen Ex-BSV-Spielerin Julia Redder mitspielte, nur schwer in Tritt. 2:9 stand es nach der Anfangsphase aus Sicht der Westsächsinnen - und Rentsch nahm eine Auszeit, in der es ziemlich laut wurde. Halles Vorteil in der Anfangsphase: "Sie haben seit zwei Stunden im Bus gesessen und waren dadurch im Kopf schon länger beim Spiel. Bei uns kamen einige Spielerinnen von der Arbeit und waren nicht ganz fokussiert. Aber wir wollen begeisternden Handball spielen. Da musste ich das Team erst mal wachrütteln", sagt Rentsch. In der Folge kam der BSV vor allem offensiv besser in Fahrt, konnte die Niederlage aber nicht mehr abwenden.
Bereits am Wochenende könnte es die Chance zur Revanche geben. Sowohl Halle als auch Zwickau nehmen am Heinrich-Horn-Gedächtnisturnier der SG Kirchhof teil. Die Zwickauerinnen treffen in der Gruppenphase auf die Erstligisten HV Quintus aus der Niederlande und Bayer Leverkusen.


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