Der alte und der neue Jugendwart des BSV Sachsen Zwickau: Christian Pleißner (l.) reicht den Staffelstab symbolisch an René Müller weiter. Foto: Andreas Wohland

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Jugendwart reicht den Staffelstab weiter

28. Juli 2018  I  In der Presse

Erschienen am 28.07.2018 in der Freien Presse
von Thomas Croy

Fast fünf Jahrzehnte lang hat er sich als Übungsleiter und Funktionär um den Zwickauer Handballnachwuchs gekümmert. Als Ehrenamtler bleibt er zwar dem Sport treu. Doch die hauptamtliche Arbeit hat der Ruheständler jetzt in jüngere Hände abgegeben.

Zwickau.   Eine lange Ära ist beim BSV Sachsen Zwickau zu Ende gegangen. Ende Juni hat Christian Pleißner sein Amt als Jugendwart des Handballvereins abgegeben. Die offizielle Verabschiedung erfolgte jedoch erst Mitte dieser Woche. Zum Dank für die geleistete Arbeit bekam der verdienstvolle Übungsleiter und Funktionär aus den Händen von Frank Dosdall, Vorstandsmitglied des BSV und Vorsitzender des Fördervereins weiblicher Handballnachwuchs Zwickau, einen Reisegutschein überreicht.

"Ich blicke gern zurück auf diese 48 Jahre", erklärt Christian Pleißner, dessen langjährige Arbeit etliche namhafte Spielerinnen mitgeprägt hat. Zu den Handballerinnen, die er unter seinen Fittichen hatte, zählen unter anderem Michaela Schanze, die mit der deutschen Nationalmann-schaft 1993 in Norwegen den Weltmeistertitel gewann, Anke Schulz (Mann), die von 1998 bis 2001 mit Leipzig und Lützellinden viermal in Folge Deutscher Meister wurde, und Charley Zenner, die im August mit der DHB-Auswahl an den U-18-Weltmeisterschaften in Kielce (Polen) teilnehmen wird.

Ganz aufhören mit dem Handball wird Christian Pleißner aber nicht. Wer ihn kennt, weiß, das könnte er gar nicht. "Ich habe acht ehrenamtliche Funktionen auf allen Ebenen - vom Kreis über den Bezirk bis zum Handballverband Sachsen, und die werde ich auch weiter ausführen", kündigt der 65-Jährige an. Während der "Unruheständler" seine Aufgaben als Mädchenwart und Auswahltrainer des Landesverbandes fortsetzen wird, tritt René Müller die Nachfolge als Jugendwart des BSV an. Der 41-Jährige ist in den vergangenen Monaten eingearbeitet worden und hat Einblicke in das breite Aufgabenfeld bekommen.

"Die Erfahrungswerte nehme ich natürlich gern mit auf", betont René Müller. "Die Schuhe sind groß, aber ich werde versuchen, das in Zukunft genauso oder in anderer Form fortzuführen." Das große Ziel bleibt dabei unverändert: Es gilt, Talente an die "Erste" heranzuführen. Diesem Zweck diente der 2012 eingeführte Perspektivkader, um den es in den vergangenen Jahren aber recht ruhig geworden ist. "Das Thema muss neu definiert werden, es wird im Verein auch diskutiert", verrät Müller. Es geht darum, Talente gezielt zu fördern und langfristig in Zwickau zu halten. Christian Pleißner weiß um die Problematik: "Sicherlich ist die heutige Zeit nicht mehr die wie vor 20 Jahren, als Leute massiv nachgedrängt sind und man fast mit Eigengewächsen gespielt hat." Heute herrsche eine ungleich höhere Spielerfluktuation. "So ganz schlecht im Vergleich zu anderen lagen wir in den letzten Jahren aber nicht", unterstreicht Pleißner und nennt als Beispiele Alisa Pester, Charley Zenner, Jasmin Helen Müller, die zu ihren Wurzeln nach Zwickau zurückkehrt, die wiedergenese Marie Jungnickel, die mit einem Schnitt von elf Treffern pro Spiel in der vergangenen Saison die beste Torjägerin der Mitteldeutschen B-Jugend-Oberliga war, und die Vielzahl von Auswahlspielerinnen auf allen Ebenen. "Das sollte uns Gewissheit geben, dass die Anzahl von Eigengewächsen tendenziell wieder steigen wird."

Für die neue Zweitliga-Saison ist der 65-Jährige recht zuversichtlich: "Ich kenne Rüdiger Bones persönlich sehr lange. Er hat vor der Wende wie ich ein Trainingszentrum geleitet. Er hat viele Jahre erfolgreiche Arbeit geleistet. Unter seiner Leitung sollte der vorhandene Kader ausreichen, um an die guten Ergebnisse von Corina Cupcea anzuknüpfen."

Den Reisegutschein will Christian Pleißner für seine nächste Reise mit dem Kreuzfahrtschiff nutzen. Im Oktober geht es durch den Suezkanal nach Dubai. Zur Einstimmung aufs Wüstenklima braucht er derzeit nur vor die Tür zu gehen.

Stationen von Christian Pleißner

Im Alter von 16 Jahren begann Christian Pleißner seine Übungsleitertätigkeit. Lothar Schneider, sein damaliger Sportlehrer an der Diesterwegschule Zwickau, gewann ihn als Trainer für eine Handballmannschaft.

Nach seiner dreijährigen Berufsausbildung mit Abitur beim VEB Sachsenring (Qualitätskontrolle) und dem anschließenden Studium an der Ingenieurschule Zwickau wurde ihm rasch bewusst, dass er sich doch mehr für den Sport begeistert als für betriebswirtschaftliche Abläufe.

Er nahm eine Tätigkeit beim Kreisvorstand des DTSB der DDR auf und erwarb durch einen Intensivlehrgang an der Sportschule Werdau 1980 die Qualifikation, um als hauptamtlicher Nachwuchstrainer im Handball-Trainingszentrum Zwickau zu arbeiten.

1990 übernahm Christian Pleißner das Amt des Landesauswahltrainers beim Handballverband Sachsens und wurde Jugendwart des BSV Sachsen Zwickau. Er hatte unter anderem die späteren Nationalspielerinnen Michaela Schanze, Anja Unger, Anke Schulz und Mandy Kerkossa unter seinen Fittichen.


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