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Nadja Bolze blickt auf durchwachsenes erstes Jahr beim BSV Sachsen Zwickau zurück

08. Juni 2018  I  In der Presse

BSV Sachsen Zwickau: Aus dem Tief hinein in die Euphorie

erschienen am 07.06.2018

Zwickau. Es war ihre erste Saison beim Handball-Zweitligisten BSV Sachsen Zwickau. In dieser Zeit avancierte sie bereits zum Publikumsliebling. Mit ihren 119 Treffern war Nadja Bolze maßgeblich am Erfolg in der Rückrunde beteiligt, der den Zwickauerinnen trotz des schlechten Auftaktes noch einen Mittelfeldplatz sicherte. Über die abgelaufene Saison, aber auch über ihre Zukunft in Zwickau sprach mit der 28-jährigen Erfurterin Lukas Fischer.
Freie Presse: Hinter Ihnen liegt eine anstrengende Spielzeit. Was haben Sie sich für die anstehende freie Zeit vorgenommen?
Nadja Bolze: Wir hatten ja schon unsere Abschlussfahrt auf Mallorca, von der wir gerade zurückgekommen sind. Für mich geht es jetzt direkt weiter in den Urlaub. Danach besuche ich in meiner Heimat Erfurt meine Familie. In der Saison gibt es ja kaum eine Woche, in der das wirklich möglich ist. Auf jeden Fall muss ich jetzt meine Energie wiederholen. Trotzdem werde ich in der Pause aber auch trainieren - ganz ohne Sport geht es auch nicht. Ich werde eventuell andere Sportarten wie Wasserball oder Volleyball ausprobieren. Und natürlich will ich auch die Fußball-WM anschauen.
Auf Facebook waren sich die Fans einig: Die Mannschaft gehört auf Platz eins bei der Wahl zur besten Spielerin. Direkt dahinter folgte aber Ihr Name. Wie fühlt sich das für Sie an?
Da war ich wirklich sehr überrascht. Ich hatte nicht damit gerechnet, mich direkt in meiner ersten Saison so gut in das Team einzubringen. Natürlich ist das ein schönes Gefühl, aber mir ist auch klar, dass das ohne meine Mitspielerinnen nichts geworden wäre. Ohne die guten Zuspiele hätte ich nicht solche Tore machen können.
Je länger die Saison lief, desto besser wurden die Leistungen Ihrer Mannschaft. War die Liga diesmal zu früh vorbei?
Klar, nach dem letzten Spiel gegen Trier haben wir uns schon gedacht, dass wir die Saisonvorbereitung einfach weglassen können, um direkt weiterzuspielen. Das ist aber natürlich nicht möglich. Dafür gehen wir jetzt mit einem wirklich positiven Gefühl in die Sommerpause.
Wie bewerten Sie rückblickend Ihre erste Saison in Zwickau?
Es war generell ein schwieriger Beginn für den Verein. Wir sind nicht optimal gestartet - ich würde sogar von einem richtigen Fehlstart sprechen. Mit dem Trainerwechsel in der laufenden Spielzeit kam dann aber frischer Wind. An der guten Rückrunde sieht man, was Corina Cupcea da bewirkt hat. Nach den Klatschen zu Beginn waren wir ziemlich weit unten. Wir hatten fast kein Selbstvertrauen mehr.
Was waren die Gründe für den schlechten Start?
Wir hatten durch den neuen Coach und den Weggang einiger Spielerinnen zu Saisonbeginn einen großen Umbruch. Besonders in den ersten fünf Spielen hat da einfach nichts gepasst. Das ging ja schon im Pokal los. In dieser Phase habe ich auch an mir selbst gezweifelt, aber allein kann man ein solches Problem ja nicht lösen. So gab es dann auch Aussprachen in der Mannschaft und schlussendlich den Trainerwechsel. Man kann aber nicht sagen, dass die gesamte Hinrunde eine Katastrophe war. Corina, unsere Feuerwehrfrau, hat uns da wieder rausgeholt.
Trotzdem verlässt Cupcea den Verein wieder. Ist die Mannschaft darüber enttäuscht?
Wir wussten von Anfang an, dass sie eigentlich nur bis Dezember bleiben wollte. Da waren wir schon echt froh, dass sie überhaupt bis zum Ende der Saison geblieben ist. Natürlich haben wir auch versucht, sie zum Bleiben zu überreden, aber das war nicht möglich. Enttäuscht ist das falsche Wort, aber es waren schon viele traurig.
Und was können Ihre Fans in der kommenden Saison von der Mannschaft erwarten?
Unseren neuen Trainer, Rüdiger Bones, kenne ich noch nicht persönlich. Natürlich sind mir der Name und seine bisherigen Stationen wie der HC Einheit Plauen bekannt. Dennoch ist es wirklich schwer zu sagen, wo es in der nächsten Saison hingeht. Einige Spielerinnen verlassen uns wieder und neue kommen dazu. Trotzdem wollen wir von Anfang an ins Tabellenmittelfeld. Wieder einen so schlechten Start mit dem frühen Abstiegskampf wollen wir diesmal nicht. In diesem Jahr sind wir trotz des schlechten Beginns auf Position sieben gelandet. Deshalb wäre ein Platz unter den ersten fünf super. Vom Aufstieg will ich jetzt aber nicht reden.
Für Sie war es die erste Saison in Zwickau. Sind Sie mit Ihrem Wechsel an die Mulde zufrieden?
Ich kannte hier schon zuvor einige Leute, daher war das für mich keine große Umstellung, auch wenn der Umgebungswechsel und der Umzug schon stressig waren. Ich bin hier super aufgenommen worden. Ich habe einen Vertrag für die nächste Saison unterschrieben. Darin steht auch eine Option auf noch ein weiteres Jahr. Ich denke aber immer von Sommer zu Sommer. Ich werde dann schauen, wie es meinem Körper geht - man wird ja nicht jünger. Aktuell denke ich aber, dass es gern noch ein oder zwei Jahre weitergehen kann hier in Zwickau.

Die Karriere der Kreisläuferin

Erfurt ist die Heimat von Nadja Bolze. In der thüringischen Landeshauptstadt wurde sie am 18. Mai 1990 geboren. Dort besuchte sie später auch die Sportschule, absolvierte eine Ausbildung zur Erzieherin und begann ihre Handballkarriere.

Beim Thüringer HC startete sie im Alter von acht Jahren in der Jugendmannschaft. Dort wurde sie 2006 und 2007 Deutsche Nachwuchs-Meisterin mit der B-Jugend. In der darauffolgenden Saison wechselte die Handballerin in die zweite Mannschaft der Thüringer. Dort sammelte sie auch weiterhin Spielpraxis, nachdem sie 2011 den Sprung in den Bundesligakader schaffte.

2013 verließ sie Thüringen und wechselte zumSV Union Halle-Neustadt nach Sachsen-Anhalt, wo sie für eine Saison in der Zweiten Bundesliga spielte.

In die Erste Bundesliga ging es für die Erfurterin mit den Bad Wildungen Vipers. Nach nur einem Jahr in der Zweiten Liga stiegen diese direkt wieder auf und verpflichteten für ihr Erstliga-Comeback Nadja Bolze.

Heute spielt sie in Zwickau. Eigentlich wollte man sie dort schon 2012 für sich gewinnen, was damals aber ohne Erfolg blieb. Im vergangenen Jahr wurde sie dann gemeinsam mit Petra Nagy vorgestellt. (luka)




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Kurztabelle BSV I

  Pl   Team   Pkt  
  1   HL Buchholz..   50:6  
  2   SV Union..   36:20  
  3   Kurpfalz Bären   34:22  
  ...  

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