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Samstag, 4. September 2010
 
 
Beim BSV sitzen alle in einem (Drachen)Boot

bsv_abschlussfeier_2010_01  Von Hans-Peter Kuppe
Zwickauer Handballdamen erkunden die Elbe – Kapitän Stegert trommelt den Takt – 7 Zentner schweres Wasserfahrzeug verlangt viel Teamgeist
Riesa. Was da am Sonnabend auf der Elbe abgelaufen ist, war für die Handballdamen des BSV Sachsen Zwickau schon fast programmatisch, um in der kommenden Saison in der neuen eingleisigen 2. Bundesliga zu bestehen: „Wir sitzen alle in einem Boot, Kapitän Isabel Stegert gibt den Takt vor, und der Trainer packt mit an, damit der Kahn ins richtige Fahrwasser gelangt“, bringt es Steffen Wohlrab auf den Punkt. „Wir wollen schließlich nicht untergehen“, versichert der Trainer. 

Deshalb trainieren die BSV-Damen bereits seit einer Woche wieder intensiv. Am Sonnabend legten sie eine Pause ein, tauschten Trikot gegen Bikini und Ball gegen Paddel. Isabel Stegert verdiente sich mit dem Schlägel das Kapitänspatent und trommelte ihren 14 Mitstreiterinnen den Takt. Allerdings ging es trotz schweißtreibender Paddelei auf der 25 Kilometer langen Bootstour von Meißen nach Riesa dennoch heiter zu. Schließlich befanden sich die Frauen nicht auf einer Galeere, sondern einem feuerroten Drachenboot des Riesaer Wassersportverein.

Für Wohlrab sind solche gemeinsamen Aktivitäten zwingend notwendig. „Das schweißt die Mannschaft zusammen. Und ganz ohne Trainingseffekt war die Sache auch nicht. Der 18-Sitzer bringt es ungefähr auf 12,5 Meter Länge und dank Holzkonstruktion auf 5 Zentner Gewicht. Den musste die Mannschaft im Zusammenwirken ins Wasser bringen und auch wieder aus der Elbe bergen. Das war schon anstrengend.“ Immerhin herrschten in Sachsens Weinregion feuchtwarme 25 Grad Celsius Lufttemperatur.

Auf der Hälfte der dreistündigen Fahrt legten die BSV-Damen an der Weinstraße eine Pause ein. „Nicht zum Wein trinken, die Toilette rief“, witzelt Wohlrab. Baden in der Elbe war zwar nicht vorgesehen, einige ließen sich die willkommene Abkühlung aber dennoch nicht entgehen, darunter Emi Uchibayashi, Manuela Splinter, auch der Neuzugang aus der 1. Bundesliga, Petra Starcek.

Am Ziel wurden die Frauen von Volker Schneider vom Hauptsponsor ZEV im Riesaer Kanuheim erwartet. Dort züngelten schon die Flammen auf dem Grill. Bei Rostbratwurst, Bier und Limo wurde das feuchte Vergnügen auf der Elbe nochmal ausgewertet. Torfrau Manuela Splinter hatte richtig Spaß unterwegs: „Es war mal was anderes, das macht man eben nicht alle Tage. Für den Zusammenhalt des Teams hat es bestimmt was gebracht. Wenn wir das auf dem Spielfeld umsetzen, kann gar nichts schiefgehen. So geschwitzt wie beim Auftakttraining haben wir zwar nicht, aber nass sind wir trotzdem geworden, allerdings vom Elbewasser.“

Stefanie Pruß musste gestern ihren Muskelkater pflegen. „Ich hätte nicht gedacht, dass das so anstrengend ist. Sind eben ganz andere Bewegungen als beim Handball. Spaß hat’s trotzdem gemacht. Vor allem Isabel vollzuspritzen, wenn sie den Takt zu schnell vorgegeben hat.“

Eine bedauerte besonders, dass sie dem Drachenboot keine Flügel verleihen konnte – Neuzugang und Rückraumspielerin Katharina Henkel aus Halle. „Das ist so schade, aber ich hatte leider Nachtschicht.“

bsv_abschlussfeier_2010  Bei feuchtwarmen 25 Grad Celsius Lufttemperatur nutzen einige Unverdrossene das Elbewasser für eine Abkühlung. bsv_abschlussfeier_2010_01 

BSV-Kapitän Isabel Stegert gibt ihren Mädels mit Schlegel und Trommel die Schlagfrequenz vor. Immer dann, wenn sie es mit dem abverlangten Tempo übertreibt, ereilt sie eine kalte Dusche mit Elbewasser. 

Fotos: Angela Wohlrab
Letzte Aktualisierung ( Montag, 2. August 2010 )
 
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