| Die Fünf-Sechstel-Absteiger |
|
Internetseite Elbehexen
Die Elbehexen Riesa holen beim 26:26 in Zwickau nach klarer Führung wieder nur einen Punkt und sind praktisch abgestiegen.
In grauen Vorzeiten dauerten Frauenhandballspiele nur 50 Minuten. Wäre das noch heute so, würden die Elbehexen Riesa längst den Klassenerhalt in Liga zwei feiern. Rechnet man ihre Resultate nach der jeweils 50. Minute, also fünf Sechstel der Spielzeit, zusammen, hätten sie sage und schreibe 17 Punkte. Da die Partien heutzutage aber eine Stunde dauern, sind es nur zehn Pluszähler. Vier Spiele vor Saisonende muss man im Hexenhaus deshalb bereits für die 3. Liga planen. Fünf Sechstel Leistung reichen eben nicht, diese Erkenntnis hat nun selbst den letzten optimistischen Fan erreicht.Auch in Zwickau legten die Elbehexen die bekannte Platte auf: Gleichwertig, teilweise überlegen gespielt, deutlich geführt, doch am Ende steht mit Müh und Not ein Punkt. Trainer Lothar Doering wertete den Zähler als Erfolg. Die Ansicht dürfte er aber ziemlich exklusiv haben. Wenn eine Mannschaft es in einer Woche zwei Mal hinbekommt, sichere Siege förmlich zu verschenken, ist sie für diese Liga einfach nicht gut genug. Zwickau präsentierte sich in beiden Derbys noch abstiegsreifer als Riesa, hat aber irgendwie 15 Punkte geholt und wird deshalb drin bleiben. Die Hexenabwehr leistete vor allem in der 1. Halbzeit hervorragende Arbeit. Dazu bot Torfrau Sarah Harnisch ein paar tolle Paraden. Im Angriff lief zwar nicht alles rund, aber phasenweise sahen die Kombinationen recht ordentlich aus. Nach einer 4:2-Führung (7.) gerieten die Hexen zwischenzeitlich 6:7 (14.) in Rückstand. Doch dann warfen sie vier Tore nacheinander, bestimmten nun eindeutig die Szenerie und lagen beim 16:11 (29.) klar vorn. Durch Unkonzentriertheiten kassierten sie vor der Halbzeit binnen 30 Sekunden noch zwei Treffer durch Ex-Elbehexe Emi Uchibayashi, die am Ende leider bedeutsam waren. Nach der Pause änderte sich zunächst wenig: Riesa spielte seine Angriffe lange aus, Zwickau fiel kaum Konstruktives ein. Beim 18:13 (35.) für die Gäste hatte BSV-Trainer Steffen Wohlrab echte Bedenken, dass wir noch was holen. Doch die Elbehexen taten ihm den Gefallen. Über außen lief gar nichts mehr. Die 40 Minuten stark spielende Annika List baute rapide ab, Jana Foksova spielte nur mit, Explosivität ging ihr völlig ab. Auch im Rückraum regierte zunehmend der Krampf. Ohne Not verließen die Hexen die bis dahin erfolgreiche Taktik des einfachen Handballs, versuchten es mit manchmal kurios anmutenden Laufwegen und Anspielen und warfen zudem sehr ungenau. Zwickau holte aber nach der Eichhörnchen-Methode Tor um Tor auf, weil die Hexenabwehr BSV-Torjägerin Kalasauskaite jetzt nicht mehr im Griff hatte. Wir können bei unserem Minikader kaum wechseln, das sieht man, konstatierte Trainer Doering zum wiederholten Mal Kräfteverschleiß bei seiner Truppe. Dazu bekamen beide Keeperinnen nicht mehr viel zu halten. Julia Schulz parierte zwei Strafwürfe, ließ in der Endphase aber auch zwei Gurken“ rein. Beim 23:23 (53.) glich Zwickau wieder aus. Als die Hexen 24:25 und 25:26 in Rückstand gerieten, war selbst ein Punkt in Gefahr. Doch Marzena Kot, die bis dahin kaum Akzente setzen konnte. sicherte mit zwei Fernwurftoren noch das Remis. Der Hoffnungen auf den Klassenerhalt sind trotzdem geringer als je zuvor. UP Elbehexen-Tore: List 9/4, Geheb 5, Kot 4, Vujica 3, Dorotikova 2, Lang 2, Foksova 1 |
|
| Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 27. Juli 2010 ) |
| < zurück | weiter > |
|---|






