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Mittwoch, 8. September 2010
 
 
Außenseiter bietet Spitzenreiter lange Paroli

Thomas Croy, Freie Presse, Lokalredaktion Zwickau

Handball-Oberliga: BSV Sachsen II unterliegt Spitzenreiter SG Rödertal-Weinböhla mit 30:34 (19:17)
Zwickau. Ein packendes Schlagerspiel der Oberliga zwischen dem BSV Sachsen Zwickau II und der noch ungeschlagenen SG Rödertal-Weinböhla haben am Sonntagnachmittag rund 150 Handballanhänger in der Sporthalle Neuplanitz erlebt. 45 Minuten lang bot der Tabellenfünfte dem Spitzenreiter tapfer Paroli, musste sich aber am Ende mit 30:34 (19:17) geschlagen geben.

Der mit Spielerinnen aus dem Zweitliga-Kader verstärkte Gastgeber zeigte vor allem in der ersten Halbzeit, dass man gegen Spitzenteams durchaus mithalten kann. Bis zum 9:9 (15.) wechselte ständig die Führung, ehe der BSV – gestützt auf eine starke Abwehr – mit einem Zwischenspurt auf 14:9 davonziehen konnte (21.). Bis zum 18:13 hielt man diesen Vorsprung, doch drei Minuten vor der Pause schlich sich der Fehlerteufel ein, und die Gäste konnten verkürzen.
Mit zwei schnellen Treffern zu Beginn des zweiten Durchganges baute Zwickau den Abstand wieder auf vier Tore aus. Dann fanden aber die Rödertalbienen zurück ins Spiel, sie glichen zum 24:24 aus und gingen kurze Zeit später mit 25:24 in Führung. Und die sollten sie auch nicht mehr abgeben. Angeführt von der Litauerin Jurate Kiskyte (ehemals SC Markranstädt), die 18 Treffer markierte (davon 6 verwandelte Siebenmeter), schraubten die Gäste ihren Vorsprung auf 31:27 (52.). So gingen die beiden Punkte ans Team von Trainerin Egle Kalinauskaite, und die Zwickauer Damen standen nach einem gutem Spiel am Ende mit leeren Händen da. Um solche Partien erfolgreich zu gestalten, fehlt der jungen Mannschaft noch die Erfahrung und Cleverness.
Für den BSV Sachsen II war es nach sieben Spielen ohne Niederlage (4 Siege, 3 Unentschieden) der erste Misserfolg, während Tabellenführer SG Rödertal-Weinböhla weiter ungeschlagen bleibt. Viel Zeit zum Wundenlecken gibt’s nicht. Am Sonnabend muss Zwickau II beim SV Koweg Görlitz ran. (MTB/TC)

BSV Sachsen II: Rau, Morgenstern; Choinowski (9), Neumann (7/1), Eber (4), Beckert (4/1), Aßmann (3), Häußler (2), Stolle (1), Mörstedt, Folda, Pruß, Böhm.

Bienen-Chefin schickt Freundin auf die Bank
Handball: Wiedersehen mit Egle Kalinauskaite und Sandra Graupner in der Sporthalle Neuplanitz
Zwickau. Bis Mitte Mai 2004 trug sie das Trikot des BSV Sachsen. Dann kehrte Egle Kalinauskaite der Muldestadt den Rücken, um beim Zweitligakonkurrenten SC Markranstädt anzuheuern. Dort hielt sie es nur zwei Jahre aus. Im Juni 2006 wechselte die Litauerin zum HC Sachsen Neustadt-Sebnitz. 833 Tage nach dem letzten Gastspiel mit den Westlausitzerinnen in Neuplanitz (22:22) trat sie am Sonntag an gleicher Stelle als Handballtrainerin mit ihrer neuen Mannschaft gegen die Zwickauer „Zweite“ an.
Im Frühjahr 2009 verpflichtete die frisch aus der Taufe gehobene SG Rödertal-Weinböhla Egle Kalinauskaite als Trainerin. Der Oberliga-Neuling schickt sich an, gleich den Durchmarsch zu schaffen. Nach 14 Spieltagen führen die Ostsachsen ungeschlagen die Tabelle an. Beinahe wäre Zwickau II zum ersten Stolperstein des Spitzenreiters geworden. Die jungen BSV-Damen lieferten den favorisierten Gästen einen packenden Kampf auf Augenhöhe, mussten sich aber am Ende mit 30:34 (19:17) geschlagen geben.
Vor allem in der ersten Halbzeit gerieten die Rödertalbienen mächtig unter Druck. Bis zum 16:11 (24.) stand bei den Gästen noch Sandra Graupner zwischen den Pfosten, eine weitere alte Bekannte. Die ehemalige Zwickauer Zweitliga-Torhüterin, die im April 2009 vor dem Heimspiel gegen Nellingen nach sieben Jahren in Neuplanitz verabschiedet worden ist, bringt ihre Erfahrungen nun fürs Team ihrer früheren BSV-Mannschaftskameradin Egle Kalinauskaite ein. Die Bienen-Trainerin nahm ihre Freundin allerdings aus dem Kasten und ersetzte Graupner durch Susi Schulz, die im weiteren Spielverlauf zu Hochform auflief. Der Litauerin stand nach dem Schlusspfiff die Freude ins Gesicht geschrieben. „Während des Spiels habe ich zu keiner Sekunde an unserem Sieg gezweifelt“, wird die 34-Jährige auf der Internetseite der Rödertalbienen zitiert. Sie sei sich sicher gewesen, dass die jungen Zwickauerinnen irgendwann müde werden würden und ihre Schützlinge dann ihre konditionellen Vorteile ausspielen können. „Meine Pausenansprache war deshalb bewusst ganz ruhig und vom Vertrauen in unsere Stärken geprägt.“

Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 27. Juli 2010 )
 
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