| „Doc“ Gerlach verordnet Schmerztherapie |
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Thomas Croy, Freie Presse, Lokalredaktion Zwickau
Handball, 2. Bundesliga: BSV Sachsen Zwickau trennt sich vom TV Mainzlar mit einem 30:30-Unentschieden Beide Mannschaften wollten unbedingt gewinnen, um sich etwas Luft zum Relegationsplatz zu verschaffen. Beide Teams hatten zuletzt ansteigende Form gezeigt. Und beide Kontrahenten konnten in der Sporthalle Neuplanitz vorgestern eine Halbzeit für sich entscheiden. So richtig freuen durfte sich allerdings keiner. Das zwölfte Zweitliga- Duell beider Teams endete mit einem 30:30 (14:15)-Unentschieden. Nicht nur die erwartungsfrohen Zuschauer wurden durch ein Wechselbad der Gefühle getrieben. Auch der TVM-Trainer musste leiden. Vor allem in der Anfangsphase, als Emi Uchibayashi mehrfach zum Torerfolg kam. Vier Tore steuerte die kleine Rechtsaußen zur Zwickauer 7:1-Führung bei (12.). „Wir haben den Anfang verschlafen“, kritisierte Orthopäde Gerlach, der auf Schmerztherapie setzte: Laute Schelte musste Nina Hess über sich ergehen lassen, die nicht auf die Japanerin aufgepasst hatte. Der 63-jährige Gästecoach, der etliche ehemalige Lützellinderinnen im Aufgebot hat, nahm in der 12. Minute einen Torhüterwechsel vor, der sich auszahlte. Der BSV, der während der Auszeit ebenfalls gewechselt hatte, geriet aus dem Rhythmus. Das vom „Doc“ verordnete Deckungsrezept der 05er behagte den Sachsen gar nicht. „Wir haben kaum Fernwurftore erzielen können“, gestand Trainer Steffen Wohlrab. Zudem war er unzufrieden mit der Abwehrarbeit. „Einige Spielerinnen haben nicht am Limit gespielt. Ich habe einfach vermisst, dass die Mannschaft beißt und kämpft.“ Längere Zwickauer Torflauten ließen Mainzlar herankommen. In der 25. Minute kassierte der BSV erstmals den Ausgleich (11:11), und kurz vor der Pause geriet der Gastgeber in Rückstand, der später bis auf 16:21 anwuchs (37.). Musikliebhaber Gerlach hatte sein „Orchester“ nun im Griff. Die erste Geige spielte Debütantin Martina Halasova, die ablösefrei von der HSG Sulzbach/Leidersbach kam. In der 15. Minute war sie erstmals erfolgreich. Mit ihren elf Treffern, davon vier verwandelte Siebenmeter, avancierte die slowakische Nationalspielerin zur überragenden Akteurin. „Es war ganz wichtig, dass Martina zu uns gekommen ist. Man kann mit ihrem Einsatz zufrieden sein, weil sie im richtigen Moment einfach das Richtige macht“, lobte Gerlach die routinierte 32-Jährige. Doch die Sachsen rappelten sich nochmal auf. „Beim 16:21 war das Spiel eigentlich schon weg. Aber wie die Mannschaft dann gefightet hat, verdient ein Kompliment“, unterstrich Wohlrab. In der 47. Minute gelang Carolin Büchl der Ausgleich zum 24:24. Nun wogte die Partie eine Weile hin und her. Carolin Unger markierte das 30:28 (57.). Das sollte allerdings nicht reichen. 39 Sekunden vor Schluss erzielte Halasova per Strafwurf den 30:30-Endstand. „Wenn ich die letzten zwei Minuten nehme, ist es natürlich ein Punktverlust, insgesamt ist es wohl aber ein gerechtes Unentschieden“, räumte Wohlrab ein. Auch von Jürgen Gerlach, der sich zwischendurch eine Gelbe Karte wegen Meckerns eingehandelt hatte, fiel die Anspannung hinterher rasch ab. „Ein Unentschieden in Zwickau ist das Ergebnis, mit dem wir kalkuliert hatten“, zeigte sich der „Doc“ mit dem Resultat der Auswärts-Operation zufrieden |
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| Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 27. Juli 2010 ) |
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